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Recruiting in London: Jobs im Silicon Roundabout.


Autor: Louise Miller, freie Journalistin, London.

London ist einer der Top-Sitze für internationale Firmen. Wie sieht es dort mit dem Recruitment aus?

Neue Jobs nach Olympia auch im digitalen Sektor

Die olympischen Spiele sollten nicht nur das Sportevent des Jahres werden, sondern auch den Ostteil Londons beleben, der bisher wenig Aufsehen erregte. Die London Legacy Development Corporation, ein Unternehmen, das gegründet wurde um den nachhaltigen Effekt der

Louise Miller arbeitet als freie Journalistin in London. Sie studierte an der City University London und schrieb ihre Master-Arbeit zum Thema „Soziale Medien und Unternehmen“.

olympischen Spiele für die Stadt London optimal auszunutzen, erhofft sich eine positive Entwicklung im sogenannten „Silicon Roundabout“, das auch gerne „Tech City“ genannt wird. Dabei handelt es sich um einen Bereich bei Shoreditch, auf halbem Wege zwischen der Innenstadt und dem olympischen Dorf, in dem sich nach letzter Zählung 1.153 kleine und mittelgroße Firmen aus der digitalen Industrie niedergelassen haben und 48.000 Arbeitsplätze bereitstellen. Bereits im Mai, also zwei Monate vor dem Beginn der Olympischen Spiele, wurden auf der Jobmesse von Silicon Milkroundabout angekündigt, dass neue Start Ups in Tech City für 800 neue Arbeitsplätze sorgen würden.

Wie bekommt man einen stark umworbenen Job?

Heiß begehrt sind die sogenannten “Graduate Jobs” – das sind Arbeitsplätze für die man mindestens einen Bachelor-Abschluss mitbringen muss. Naturgemäß sind diese Jobs im Silicon Roundabout meist technischer Natur, obwohl auch Absolventen aus dem  Business- und Marketing-Bereich gesucht werden. Für Londoner Studenten bietet die Careers Group der University of London, ein Konglomerat von zwölf Universitäten und zehn Forschungsinstituten, Unterstützung bei der Jobsuche. Im Internetangebot können Unternehmen Anzeigen einstellen und Studenten sich passende Jobs heraussuchen. Desweiteren bieten alle Universitäten, die Teil der University of London sind, einen eigenen Careers Service an. Diese Careers Services bieten Absolventen-Messen (sogenannte “Graduate Fairs“), bei denen Unternehmen vorgestellt werden, helfen aber auch bei dem Schreiben von Bewerbungsschreiben und Lebensläufen und bei Interviews. Wer in London arbeiten möchte und keinen Zugang zum universitären Vermittlungssystem hat, findet zahlreiche online Jobbörsen, wie den privaten Anbieter Target Jobs oder den staatlichen Service Prospects.

Der Kampf um Talente

Die Wirtschaftskrise hat auch in England viele Arbeitslose hervorgerufen und so stapeln sich die Bewerbungen für relativ gut bezahlte Graduate Jobs im Silicon Roundabout. Besonders schnelle online Bewerbungsverfahren, wie die “Ein Klick Bewerbung” von LinkedIn, veranlassen viele hoffnungsvolle Kandidaten dazu ihre Bewerbung abzuschicken, selbst wenn die Mindestqualifikationen für die Stelle nicht ganz erfüllt sind. Auf der anderen Seite bewerben sich mittlerweile auch viele Doktoranten (sogenannte “PHD students“) für Jobs bewerben, für die sie eigentlich überqualifiziert sind. Wie viele auch eMail-Bewerbungen die Personalmanager tatsächlich erhalten und nach einem kurzen Blick auf die Gmail-App ihres Smartphones oder Tablets gleich entsorgen, weiß niemand. Erleichtert wird die Talentsuche von Start Ups in der Tech City allerdings sicher nicht durch die Ankündigung von den drei Riesen Google, Amazon und Facebook, sich auch im Bereich Shoreditch niederlassen zu wollen. Während Londons Bürgermeister Boris Johnson diese Entwicklung als positiv für die Stadt bewertet, fürchten viele kleine Unternehmen, die immer noch das Gros der Arbeitsplätze stellen, neben den Großen unterzugehen.

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Schnelle Bewerbung per Mausklick.


Autor: Louise Miller, freie Journalistin, London.

In der momentanen Wirtschaftslage ist es nicht einfach einen Job zu finden. Sich für einen zu bewerben könnte dagegen nicht einfacher sein. LinkedIn bietet einen neuen Service an, durch den Nutzer per Mausklick ihre Bewerbung abschicken können. Auch andere soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder XING werden für die Stellensuche genutzt. Im Gegensatz zu konkurrierenden Netzwerken hat LinkedIn eine explizite Ausrichtung auf Beruf und Karriere und ist für diese Zwecke mit 161 Millionen Usern in Deutschland sehr beliebt.

Die neue „Apply with LinkedIn“–Funktion erleichtert den Bewerbungsprozess für alle Beteiligten.

Bewerber können bereits mit einem einfachen Click auf eine Stellenausschreibung im Netz reagieren. Die HR Abteilung von Unternehmen bekommt das LinkedIn Profil des Kandidaten dann per Mail zugeschickt oder direkt in ihr

Louise Miller arbeitet als freie Journalistin in London. Sie studierte an der City University London und schrieb ihre Master-Arbeit zum Thema „Soziale Medien und Unternehmen“.

Bewerbungsmanagementsystem eingeschleust. Für Bewerber heißt das: wenn man sein Profil auf dem sozialen Netzwerk erst einmal erstellt hat, ist das Bewerben so schnell und einfach wie noch nie zuvor. Man muss nicht mehr für jeden potentiellen Arbeitgeber neue Bewerbungsunterlagen ausfüllen, nicht mehr für jede Bewerbung alle früheren Referenzen herauskramen. Man braucht nicht einmal einen Computer oder ein schickes Ultrabook dafür. Wie ein Recruitment-Blog infolge der vor kurzem stattfindenden Social Media Recruiting Conference (SMRC) in Hamburg spekulierte, könnte der Online-Recruitmentprozess bald jegliche Individualität verlieren. Einfach per Mausklick am PC oder mit einer kleinen Fingerbewegung am Handy eines der Online-Profile abschicken und schon ist man fertig.

Klingt zu gut um wahr zu sein?

Wie immer im Leben birgt auch diese Schnellbewerbung Risiken, insbesondere bei der Erstellung des Profils. Denn nicht alle Profile auf allen sozialen Netzwerken sind für die Jobsuche geeignet und nicht alle Branchen sind für eine Bewerbung über soziale Netzwerke geeignet. LinkedIn bietet sich am besten für die Jobsuche an, Facebook und andere soziale Netzwerk können hilfreich sein, sind aber primär für den privaten Nutzen gedacht. Das heißt aber nicht, dass man Facebook und Co. unter den Tisch fallen lassen sollte. Wer sich über LinkedIn bewirbt kann sein Profil stärken, indem er es mit seinem Facebook oder Twitter Account verbindet. Dadurch haben Arbeitgeber die Möglichkeit, sich online einen umfassenderen Eindruck über die Persönlichkeit des Bewerbers zu verschaffen. Das Verlinken von berufsbezogenen Blogs kann auch hilfreich sein, um Fachkompetenz und Schreibfähigkeiten zu demonstrieren.

Sorgfalt beim Profil ist angebracht.

Bei alledem gilt natürlich, wer seine sozialen Netzwerke für eine Bewerbung nutzt, muss auf sein Profil achten. Neben den offensichtlichen Faux-Pas wie Partybilder oder politisch unkorrekte Aussagen, sollte man auch auf die Details aufpassen. Die Angaben über Ausbildung und Berufserfahrung sollten in sozialen Netzwerken immer korrekt sein, damit es später nicht zu peinlichen Widersprüchen mit dem Lebenslauf kommt. Auf LinkedIn lohnt es sich, alle Angaben auf Deutsch und auf Englisch zu machen um auch international ausgerichtete Unternehmen anzusprechen. Was die Branchen betrifft sind besonders der IT- und Business-Bereich gut vernetzt. Berufe im sozialen oder Bildungssektor finden sich eher weniger online.

Louise Miller, London,

miller.louise.2012@gmail.com

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Frauen in Führungspositionen – auch ohne Quote.


Autor: Louise Miller, freie Journalistin, London.

Seit Familienministerin Kristina Schröder und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen sich öffentlich über eine Frauenquote in deutschen Unternehmen auseinandersetzen, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mal wieder zum viel diskutierten Thema avanciert. In Zahlen lässt sich das Problem folgendermaßen ausdrücken: rund 40% der Akademikerinnen in Deutschland bekommen keine Kinder. Frauen in Führungspositionen haben nur halb so oft Kinder (13%) wie ihre männlichen Kollegen. Kinder wirken sich außerdem negativ auf die Karrierechancen aus: Während es genau so viele Frauen wie Männer unter 30 in Führungspositionen gibt, lässt sich bei 30- bis 45-jährigen eine deutliche Divergenz feststellen, bei der Frauen schlechter abschneiden.

Dabei ist das alles durchaus vermeidbar. Um Frauen die Möglichkeit zu geben neben der Familie auch einen anspruchsvollen Job zu haben – oder um beiden Geschlechtern eine bessere Work-Life-Balance anzubieten – gibt es verschiedene

Louise Miller arbeitet als freie Journalistin in London. Sie studierte an der City University London und schrieb ihre Master-Arbeit zum Thema „Soziale Medien und Unternehmen“.

Modelle: die Teilzeitarbeit mit Job- beziehungsweise Top-sharing, Telearbeit und Arbeitszeitkonten. In Deutschland sind diese Modelle nicht unbekannt: 30 bis 40 Prozent der deutschen Großkonzerne führen schon Praxistests mit flexiblen Arbeitsstrukturen durch, darunter Firmen wie Microsoft, IBM und Daimler.

Für Teilzeitarbeit in Führungspositionen bietet sich Job- oder Top-sharing an. Dabei handelt es sich um eine duale Führungsspitze aus zwei Teilzeitkräften, die sich zusammen eine Vollzeitstelle teilen. Voraussetzung hierfür sind natürlich eine klare Arbeitsaufteilung und gute Kommunikation zwischen allen Beteiligten, damit es nicht zu Missverständnissen kommt und nichts unter den Tisch fällt.

Telearbeit bietet den Angestellten die Möglichkeit, einen Teil der Arbeit zu Hause zu erledigen. Wer mit Handy, Notebook und Internetanschluss ausgestattet ist, hat heutzutage ein mobiles Büro. Über Filesharing hat man zu Hause über sein Notebook genauso gut Zugang zu allen Daten wie im Büro. Meetings lassen sich im Notfall über Videokonferenz auch von zu Hause aus abhalten. Für Mütter in Führungspositionen kann Telearbeit sehr hilfreich sein: vormittags im Büro, nachmittags bei den Kindern und abends arbeiten von zu Hause ist stressig, ermöglicht aber eine Vollzeitstelle zu halten.

In Unternehmen, die von Ihren Führungskräften Präsenz im Büro verlangen, ist das Arbeitskonto eine Möglichkeit, ihren Angestellten mehr Flexibilität anzubieten. Bei diesem Arbeitsmodell, das in Deutschland schon weit verbreitet ist, wird eine Regelarbeitszeit pro Woche oder Monat festgesetzt, die sich der Mitarbeiter selber einteilen kann. Meistens werden Hauptzeiten festgelegt, beispielsweise von 9 Uhr bis 15 Uhr, während denen alle im Büro sein müssen. Ob man aber lieber vor 9 Uhr anfängt oder nach 15 Uhr länger bleibt um sein Kontingent zu erfüllen, ist dem Angestellten selbst überlassen.

Alle diese Arbeitsmodelle bedürfen einer gewissen Umstellung in den Unternehmen und können anfangs etwas schwierig in der Umsetzung sein.  Wie Angela Fauth-Herkner,Leiterin der  Arbeitszeitberatung Fauth-Herkner & Partner in München, in einem Interview hervorhebt, lohnt sich die Umstellung für Unternehmen durchaus. Eine neue Arbeitskultur fördert nicht nur das politische Ziel der Gleichberechtigung, sondern rechnet sich auch betriebswirtschaftlich: Wenn die Angestellten ausgeglichener sind, arbeiten sie auch „motiviert, kreativ und effektiv“. Immerhin geht es ja „um Leistung, nicht um Präsenz“.

Louise Miller, London,

miller.louise.2012@gmail.com

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