Lebensläufe: Oft wird gelogen, dass sich die Balken biegen.


Vorgeblich verhandlungssicheres Englisch entpuppt sich nicht selten als Englisch auf Oberprima-Niveau. Ausgelobt fundierte Excel-Kenntnisse scheitern in der Praxis an der richtigen Anwendung von Grundformeln. Schlichte Auslandspraktika werden sehr schnell zu veritablen beruflichen Stationen im Ausland.

Manche Lügen haben ganz besonders kurze Beine. Gerade Sprachkenntnisse sind im Vorstellungsgespräch leicht überprüfbar. „Wer dann nicht genauso eloquent auftritt, wie er sich beschrieben hat, ist sofort aus dem Rennen“, sagt Bernd Kraft, Vice President General Manager Central Europe bei Monster.“

Rund ein Fünftel aller Lebensläufe weist Unstimmigkeiten auf.

Laut einer Studie des britischen Bewerbermanagement-Unternehmens Powerchex (inzwischen von HireRight übernommen) aus 2009 für den Finance-Bereich sagen 20 Prozent der Broker im Lebenslauf die  Unwahrheit.  25 Prozent der Lebensläufe verschweigen Vorstrafen. Rund 5000 Bewerbungen wurden auf Täuschungen im Lebenslauf analysiert. Und genauso scheint es hierzulande auszusehen. Eine Arbeitnehmer-Online-Umfrage der Karrierebörse Monster kommt Anfang 2013 zu dem Resultat: Über 20 Prozent der Umfrage-Teilnehmer haben mindestens schon einmal in einer Bewerbung gelogen.

Eigenmarketing ja, Lügen nein.

Eine überzeugende Selbstdarstellung bei der Bewerbung ist in vielen Lebensläufen heute selbstverständlich geworden – und wird von vielen Unternehmen auch erwartet. Insbesondere Vertriebler und andere Berufe, die von Berufs wegen her das Positive betonen müssen, neigen jedoch zu Übertreibungen. Das macht die Grenze zwischen Politur und Betrug zu einer Grauzone, die durchaus unterschiedlich definiert wird.

Berufliche Lebensläufe mit Brüchen und Windungen sind heute eher Regel als Ausnahme.

IT-basierte Recruitingsysteme können zwar Daten im Lebenslauf auf Stimmigkeit checken, ersetzen jedoch nicht die persönliche Einschätzung. Diese kostet Zeit. Knapp zwei Drittel aller CFOs investieren mindestens neun Minuten in die Prüfung eines Lebenslaufes, so die aktuelle Workplace Survey der Personalberatung Robert Half International. So setzen Unternehmen bei der Prüfung des Lebenslaufes unterschiedliche Prioritäten. Besonders häufig wird zum Beispiel die Konsistenz von Datumsangaben überprüft.

Doch selbst wenn die Lebenslaufanalyse positiv ausfällt – es ist nicht alles Gold, was glänzt. Auch die Kandidaten werden professioneller und setzen häufig auf  professionelle Lebenslaufberatung. CV-Karriere-Coaches zaubern für eine Handvoll Euro aus einer eher traurigen Database einen überzeugenden Lebenslauf. Zuviel des Guten tut dabei selten gut. Kandidaten, die ihren Lebenslauf von einem Profi texten lassen, neigen dazu, den für eine anvisierte Stelle maßgeschneiderten CV für Rundum-Bewerbungen immer wieder einsetzen. Das führt auf Dauer zu Brüchen in der inhaltlichen Konsistenz. Stolpert der erfahrene Personaler darüber, wird die Bewerbung aussortiert.

Ob und wie sehr Bewerber ihre Vita aufhübschen, scheint vor allem eine Frage des Alters zu sein.  Altere Bewerber sind vorsichtig und schmücken ihre Erfahrungen selten aus. Die jüngeren, gerade Berufsanfänger, machen gerne Praktika und Auslandserfahrungen größer als sie tatsächlich waren.

Linkempfehlung:

Monster Pressemitteilung: Lügen im Lebenslauf

HireRight Powerchex

Robert Half Personalberatung

FOCUS Online

Jobandcareer

Social Plugins können Daten übertragen. Bevor Sie eines der folgenden Social Plugins verwenden, lesen Sie bitte die Hinweise unter ‘Impressum/Disclaimer’.

 

Advertisements

About Hans Ulrich Würth

Copywriter und Marketingmensch mit langem Berufsleben und reichlich Erfahrung. Gefühlt und (fast) real habe ich in über 40 Jahren für 'tausendundeine' Branche gedacht und getextet. Schwerpunkt seit vielen Jahren sind das Employer Branding & Direct Response. Berufliche Mitgliedschaften im Texterverband e.V. sowie im DFJV Deutscher Fachjournalisten Verband

Eine Antwort to “Lebensläufe: Oft wird gelogen, dass sich die Balken biegen.”

  1. Wenns dann auffliegt ist man komplett unten durch und wenn man besonders viel Pech hat folgt auf den gerade eben gefeierten Job die fristlose Kündigung. Ich kann verstehen, dass man sich Vorteile davon verspricht sich möglich gut darzustellen, aber ich denke, dass man auch mit einem ehrlichen Lebenslauf weit kommt. Wenn dieser orthografisch richtig ist und Inhatlich eine gute Qualität aufweißt so wie die für den Personaler relevanten Informationen dann befindet man sich sicherlich schon unter den besten 10% denn das sind Grundlagen die von den meisten schon ignoriert werden. Auch ein Bewerbungsservice kann dabei sehr helfen. Ich habe auch eine meiner Bewerbungen bei http://www.deinebewerbung.de/ optimieren lassen. Nur darf man anschließend nicht den Fehler machen diese Bewerbung so abzuschicken, erst recht nicht mehrfach, ohne sie zu personalisieren. Noch besser ist es sich eine professionelle Bewerbung erstellen zu lassen und diese als Vorlage für die eigene zu nehmen. So erreicht man eine hohe Qualität und bleibt trotzdem authentisch.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: