Was Mitarbeiter zufrieden macht.


Noch nie zuvor war das ‚Humankapital‘ für Unternehmen wertvoller als heute. Man darf darüber staunen, wie leichtfertig dieses Kapital verschwendet wird. Insbesondere, wenn man sieht, welcher Aufwand in Recruiting und Employer Branding betrieben wird, um den zum Unternehmen passenden Mitarbeiter zu finden.

Führungskräften in Deutschland gelingt es zu einem großen Teil noch immer nicht, ihre Mitarbeiter zu motivieren und zu begeistern: 23 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland haben innerlich bereits gekündigt, 63 Prozent machen Dienst nach Vorschrift – lediglich 14 Prozent der Beschäftigten sind emotional an ihren Arbeitgeber gebunden und setzen sich gerne und freiwillig für dessen Ziele ein. Dies ist das Ergebnis des Gallup Engagement Index 2011.

Hohe Fehlzeiten und ein wachsender Krankenstand gelten als die sichersten Indikatoren für einen Fall innerer Kündigung.

Dieses ist  ein wahrer Bremsklotz am Bein der Wirtschaft und kostet deutsche Unternehmen jährlich 230 Milliarden Euro, wie Frank Dopheide, Chairman von Scholz & Friends Düsseldorf, in einer Gastkolumne für das ‚Handelsblatt‘  schreibt.

Für Dopheide kommt es, er erläutert das am Beispiel einer Südpol-Expedition im Jahr 1915, auf die richtige Mischung aus Sicherheit – das ist das Vertrauen in den Chef –  und Lust am Abenteuer an. Jedes Crew-Mitglied muss sich persönlich gefordert fühlen und die Chance haben, in der Zusammenarbeit zu reifen. Das produziert das nötige Zugehörigkeitsgefühl  zu einem Unternehmen.

Natürlich gibt es Team-Bildungs-Maßnahmen ohne Ende. Und schön, wenn das gemeinsame Herumturnen in einem Hochseilgarten etc. etc. den in Personalanzeigen regelmäßig beschworenen Team-Spirit tatsächlich zum Erscheinen bringt. Nur – glaubt man wirklich, dass es dass schon sein kann? Vieles was da – dem Zeitgeist und aktueller Managementliteratur verpflichtet – in Szene gesetzt wird,  gerät von vornherein zum Rohrkrepierer. Einfach deshalb, weil nicht jede angeordnete Teambildungs-Maßnahme von jedem innerlich angenommen wird. Viele gehen schlichtweg deshalb hin, weil sie bei einem scheinbar unwiderstehlichen Angebot nicht ‚nein‘ sagen können, ohne schlussendlich als Außenseiter dazustehen.

Vielfach haben es Führungskräfte heute verlernt – oder gar nicht erst mitbekommen – ihren Mitarbeitern richtig zuzuhören und auf deren individuelle Bedürfnisse einzugehen. Wenn Mitarbeiter aber das wichtigste Kapital des Unternehmens sind, dann müssen sie, so wie es im Hinblick auf die Kunden inzwischen selbstverständlich ist, auch als Individuen wahrgenommen und entsprechend ihrer Individualität motiviert werden. Die Schnittmenge an Motivationsfaktoren ist bei einer Vielzahl unterschiedlicher Mitarbeiter nicht sehr groß. Genaues Hinhören und Hinschauen macht Sinn. Denn Geld und Benefits sind nun mal als Motivationsfaktor nicht alles. Auch wenn ohne Geld und Benefits vieles nichts ist.

Mitarbeiter brauchen Wertschätzung, Respekt, klare Zielvereinbarungen, die Vorbildfunktion des Vorgesetzten und ein ehrliches und zeitnahes Feedback.

Das jedenfalls sagen die Heerscharen von externen Beratern, die in den Unternehmen unterwegs sind. Nur – irgendwann sind diese Berater auch wieder weg – und alles bleibt, wie es war. Es wird zu wenig umgesetzt von dem, was man für gutes Geld an Know-how eingekauft hat. Ein Controlling für die Zwischensteps hat Seltenheitswert. Irgendwann scheiden dann  auch die Mitarbeiter, die einmal die Beratung angestoßen haben, aus dem Unternehmen aus.  Das war es dann.

Zu einer modernen Mitarbeiterführung gehört:

  • Seien Sie Vorbild und leben Sie vor, was Sie von Ihren Mitarbeitern fordern.
  • Schaffen Sie ein transparentes Führungs- und Organisationskonzept.
  • Nehmen Sie Ihre Mitarbeiter ernst. Vereinbaren Sie Ziele, geben Sie zeitnah Feedback.
  • Fordern Sie Ihre Mitarbeiter und schaffen Sie interessante Handlungsspielräume mit Eigenverantwortung.
  • Fördern Sie Ihre Mitarbeiter nach ihren fachlichen und persönlichen Stärken.
  • Kommunizieren Sie dialogorientiert. Das heißt:  Die Meinung aller wird gehört.
  • Suchen Sie das Gespräch mit Ihren Mitarbeitern aktiv und regelmäßig

Hm, nicht nur Mitarbeiter brauchen etwas, auch die Unternehmer dürfen bitte noch ein paar Ansprüche stellen.

Es gibt schon Chefs, auch heute leider, die sind zum  … ja, genau das meinte ich. Aber es gibt auch heute leider genauso Mitarbeiter, die sind ebenfalls zum  …  Es trifft nicht immer zusammen, was zusammen gehört. Es gibt – und das in der überwältigenden Mehrzahl – Unternehmer, die ihre unternehmerische Verantwortung ernst nehmen. Und es gibt Mitarbeiter, die ebenfalls in der überwältigenden Mehrzahl, loyal und engagiert sind, wenn man sie denn lässt. Und dann gibt es  eben auch einen tristen Bodensatz. Um den muss man wissen, aber der muss ja nicht der eigene Maßstab sein.

Linkempfehlung:

Gastartikel zum Thema ‚Mitarbeiterführung‘ von Frank Dopheide im ‚Handelsblatt‘

Gallup Engagement Index

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About Hans Ulrich Würth

Copywriter und Marketingmensch mit langem Berufsleben und reichlich Erfahrung. Gefühlt und (fast) real habe ich in über 40 Jahren für 'tausendundeine' Branche gedacht und getextet. Schwerpunkt seit vielen Jahren sind das Employer Branding & Direct Response. Berufliche Mitgliedschaften im Texterverband e.V. sowie im DFJV Deutscher Fachjournalisten Verband

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