Frauen in Führungspositionen – auch ohne Quote.


Autor: Louise Miller, freie Journalistin, London.

Seit Familienministerin Kristina Schröder und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen sich öffentlich über eine Frauenquote in deutschen Unternehmen auseinandersetzen, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mal wieder zum viel diskutierten Thema avanciert. In Zahlen lässt sich das Problem folgendermaßen ausdrücken: rund 40% der Akademikerinnen in Deutschland bekommen keine Kinder. Frauen in Führungspositionen haben nur halb so oft Kinder (13%) wie ihre männlichen Kollegen. Kinder wirken sich außerdem negativ auf die Karrierechancen aus: Während es genau so viele Frauen wie Männer unter 30 in Führungspositionen gibt, lässt sich bei 30- bis 45-jährigen eine deutliche Divergenz feststellen, bei der Frauen schlechter abschneiden.

Dabei ist das alles durchaus vermeidbar. Um Frauen die Möglichkeit zu geben neben der Familie auch einen anspruchsvollen Job zu haben – oder um beiden Geschlechtern eine bessere Work-Life-Balance anzubieten – gibt es verschiedene

Louise Miller arbeitet als freie Journalistin in London. Sie studierte an der City University London und schrieb ihre Master-Arbeit zum Thema „Soziale Medien und Unternehmen“.

Modelle: die Teilzeitarbeit mit Job- beziehungsweise Top-sharing, Telearbeit und Arbeitszeitkonten. In Deutschland sind diese Modelle nicht unbekannt: 30 bis 40 Prozent der deutschen Großkonzerne führen schon Praxistests mit flexiblen Arbeitsstrukturen durch, darunter Firmen wie Microsoft, IBM und Daimler.

Für Teilzeitarbeit in Führungspositionen bietet sich Job- oder Top-sharing an. Dabei handelt es sich um eine duale Führungsspitze aus zwei Teilzeitkräften, die sich zusammen eine Vollzeitstelle teilen. Voraussetzung hierfür sind natürlich eine klare Arbeitsaufteilung und gute Kommunikation zwischen allen Beteiligten, damit es nicht zu Missverständnissen kommt und nichts unter den Tisch fällt.

Telearbeit bietet den Angestellten die Möglichkeit, einen Teil der Arbeit zu Hause zu erledigen. Wer mit Handy, Notebook und Internetanschluss ausgestattet ist, hat heutzutage ein mobiles Büro. Über Filesharing hat man zu Hause über sein Notebook genauso gut Zugang zu allen Daten wie im Büro. Meetings lassen sich im Notfall über Videokonferenz auch von zu Hause aus abhalten. Für Mütter in Führungspositionen kann Telearbeit sehr hilfreich sein: vormittags im Büro, nachmittags bei den Kindern und abends arbeiten von zu Hause ist stressig, ermöglicht aber eine Vollzeitstelle zu halten.

In Unternehmen, die von Ihren Führungskräften Präsenz im Büro verlangen, ist das Arbeitskonto eine Möglichkeit, ihren Angestellten mehr Flexibilität anzubieten. Bei diesem Arbeitsmodell, das in Deutschland schon weit verbreitet ist, wird eine Regelarbeitszeit pro Woche oder Monat festgesetzt, die sich der Mitarbeiter selber einteilen kann. Meistens werden Hauptzeiten festgelegt, beispielsweise von 9 Uhr bis 15 Uhr, während denen alle im Büro sein müssen. Ob man aber lieber vor 9 Uhr anfängt oder nach 15 Uhr länger bleibt um sein Kontingent zu erfüllen, ist dem Angestellten selbst überlassen.

Alle diese Arbeitsmodelle bedürfen einer gewissen Umstellung in den Unternehmen und können anfangs etwas schwierig in der Umsetzung sein.  Wie Angela Fauth-Herkner,Leiterin der  Arbeitszeitberatung Fauth-Herkner & Partner in München, in einem Interview hervorhebt, lohnt sich die Umstellung für Unternehmen durchaus. Eine neue Arbeitskultur fördert nicht nur das politische Ziel der Gleichberechtigung, sondern rechnet sich auch betriebswirtschaftlich: Wenn die Angestellten ausgeglichener sind, arbeiten sie auch „motiviert, kreativ und effektiv“. Immerhin geht es ja „um Leistung, nicht um Präsenz“.

Louise Miller, London,

miller.louise.2012@gmail.com

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Über Loise Miller, Journalistin

Louise Miller arbeitet als freie Journalistin in London. Sie studierte an der City University London und schrieb ihre Master-Arbeit zum Thema “Soziale Medien und Unternehmen”.

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