Stellenangebote twittern setzt Sprachökonomie voraus.


Die verbreitete Informationsmenge nimmt zu. Allenthalben werden Informationen auf ihren Aussagekern reduziert. Das Ganze um so mehr, je mehr auch die verbreiteten Informationen zueinander in Konkurrenz stehen. Beispiele dafür finden sich in unzähligen Alltagssituationen: vom Aufkleber ‚Rauchen verboten‘ bis zum ‚Like‘-Button bei Facebook. Dabei ist Sprachökonomie keineswegs eine Erfindung der Neuen Medien. Kurzformen gab es bereits in der Antike. So die Fahneninschrift S.P.Q.R. des römischen Heeres, die Kurzform für Senatus Populusque Romanus (Senat und Volk von Rom). Diese jahrtausendealte Abkürzung ist übrigens im heutigen Rom noch auf Kanalschachtabdeckungen zu finden.

Wenn also im Rahmen von Social-Media-Recruiting getwitterte Stellenangebote wahrgenommen werden wollen, ist Sprachökonomie ein wirklich spannendes Thema. Welche Textstrategien werden angewandt, wenn wie bei einer SMS enge Zeichenobergrenzen vorgegeben sind? Was bringen Abkürzungen, Anglizismen und Kurzworte? Diesen und weiteren Fragen ist das Buch „Texte i. d. Enge“ von Torsten Siever gewidmet, das sprachökonomische Phänomene in stark raumbegrenzten Kommunikationsformen behandelt. Die Publikation ist der 1. Band der neuen Reihe „Sprache – Medien – Innovationen“, erscheint bei Peter Lang, und ist in Deutschland für 69,80 EUR erhältlich.

Informationen des Verlags Peter Lang

Autor: Siever, Torsten

Titel: Texte i. d. Enge. Sprachökonomische Reduktion in stark raumbegrenzten Textsorten.

Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2011. 441 Seiten, zahlr. Abb., Tab. und   Graf., Sprache  – Medien – Innovationen, Bd. 1

Herausgegeben von Jens Runkehl, Peter Schlobinski, Torsten Siever

Über das Buch

Sprachökonomie wird viel Potenzial zugeschrieben: Sprachwandel herbeizuführen, für neue computerspezifische Varietäten verantwortlich zu sein und sogar den Gebrauch von Anglizismen zu fördern. In diesem Band werden nach einem theoretischen Blick auf Sprachökonomie in Morphologie, Lexik und Graphie sechs stark raumbegrenzte Kommunikationsformen empirisch untersucht: Newsticker, SMS-Mitteilungen, Kleinanzeigen, Fahrgastfernsehen, Alpenpanorama und Kassenbons. Im Zentrum steht dabei die Frage, auf welche Weise (Abkürzung, Kurzwort etc.) und mit welchem Erfolg (Reduktionsgrad) Produzenten ihre Texte komprimieren. Enthalten sind eine diachrone Perspektive (Kleinanzeigen) und ein statistischer Blick auf Anglizismen als reduktives Mittel.

Inhalt

Quantitative und qualitative Sprachökonomie – Morphologische, lexikalische und grafische Mittel der Ökonomie – Reduktion in stark raumbegrenzte Kommunikationsformen – Abkürzungen, Kurzwörter, Morphemreduktion, Wortgruppenellipsen, Logogramme, ikonische Zeichen, alternative Wortgrenzen – Markiertheitshierarchie – Reduktionsgrad.

Leseprobe als .pdf

Autorenangaben

Torsten Sievert forscht und lehrt als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Leibniz Universität Hannover. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Medienlinguistik, Werbesprache und Morphologie. Weitere Aspekte sind E-Learning und Onlinepublishing. Der Autor ist Mitbegründer und –betreiber des Portals mediensprache.net, das auch weitere Informationen zu den Aspekten von Sprachökonomie bereitstellt.

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About Hans Ulrich Würth

Copywriter und Marketingmensch mit langem Berufsleben und reichlich Erfahrung. Gefühlt und (fast) real habe ich in über 40 Jahren für 'tausendundeine' Branche gedacht und getextet. Schwerpunkt seit vielen Jahren sind das Employer Branding & Direct Response. Berufliche Mitgliedschaften im Texterverband e.V. sowie im DFJV Deutscher Fachjournalisten Verband

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