Recruiting 1.0 + Recruiting 2.0 = Erfolg durch Vernetzung.


500.000 offene Stellen sind derzeit gemeldet. Allein rund 100.000 Ingenieure fehlen.  70 Prozent der Unternehmen haben Schwierigkeiten, offene Stellen qualifiziert zu besetzen. Im „War for Talents“ sind heute die am Drücker, die mit den heute gefragten Qualifikationen aufwarten können: Wer der für sie beste Arbeitgeber ist, entscheiden sie selbst.

Während sich die Großen aller Branchen als Arbeitgebermarke zu positionieren versuchen, haben die KMUs – die in diesem Land immerhin 8o Prozent der Arbeitsplätze stellen – mit dem Employer Branding nach wie vor ihre Probleme. Für die notwendige Nachhaltigkeit reicht der Bekanntheitsgrad nur selten aus, der Arbeitsplatz liegt häufig irgendwo j-w-d, da möchte man halt nicht hin, und  das Budget für eine aufwändige  Imagekampagne ist nicht vorhanden. Öfters auch nicht die Leidenschaft, die man zu so einem Projekt braucht.

Als Alternative zum Recruiting via Anzeigenschaltung in den klassischen Medien von Tageszeitung bis Online-Jobbörse entdeckt jetzt auch der Mittelstand zunehmend die Chancen von Social-Media-Recruiting. Rund ein Drittel der Mittelständler setzen auf Facebook & Co., um sich als Arbeitgebermarke zu profilieren – mehr Engagement in den  neuen Medien zeigen auch nicht die Großen und ganz Großen, sagt zumindest eine Umfrage der Personalagentur von Rundstedt und Partner www.rundstedt.de

Eine Erfahrung, die viele Social-Media-Begeisterte machen: Selbst die  Firmensite auf Facebook führt nicht automatisch zum Erfolg. Zumindest dann nicht, wenn man als Unternehmen den inzwischen klassischen Fehler begeht, statische Kommunikationsmaßnahmen aus der Recruiting-1.0-Welt mehr oder weniger 1:1 in die Web 2.0-Welt zu übertragen.  Noch wird zu wenig realisiert, dass das, was schon in der Web 1.0-Welt nicht mehr richtig funktioniert, in Web 2.0 erst recht chancenlos dasteht.

Die 1:1-Umsetzung von Anzeigensujets aus der Print-Welt in die Web 2.0-Welt stößt bei der ‚Generation Facebook‘ auf wenig Begeisterung. Schließlich steht man dort auf Dialog und weniger auf die Strahlefrau- und Strahlemann-Sujets mit ‚smarten Jung-Dynamikern im Meeting‘ (Insider wissen meist, von welcher Foto-CD das Bildmotiv stammt).

Unternehmen kommen interessanter und glaubwürdiger rüber,  wenn Facebook-Auftritt und Firmenblog ein Stück gelebte Realität vermitteln. Zum Beispiel Einblicke in den realen Firmenalltag: Mitarbeiter-Statements, Abteilungs-Vorstellungen, klare Ansage über das, was man dort so tut, Unternehmensfilme, ein paar wahre Wahrheiten zu  dem, was das Unternehmen in Sachen Mitarbeiterförderung zu bieten hat, alltagstaugliche Extras wie Firmenkindergarten oder Firmenwohnung … ein Beispiel dafür gibt der Einzelhandelskonzern Kik der lange auf das prominente Testimonial Verena Pooth setzte und der jetzt erstmals Mitarbeiter als Markenbotschafter vorstellt. So etwas kommt an und löst – zumindest bei dem einen oder anderen – die Lust auf mehr aus. Kommt womöglich noch ein Dialog zwischen Mitarbeitern und Bewerbern in Gang, löst  ein Unternehmen sogar das ein, was Unternehmen seit Jahrzehnten gern in Hochglanzbroschüren versprechen: Die Kommunikation mit Mitarbeitern und Mitarbeitern in spe wird zur Realität und ist keine unverbindliche Absichtserklärung mehr.

Kennen Sie das AIDA-Prinzip aus der klassischen Werbung? Recruiting  2:0 relauncht dieses Prinzip in neuen Medien und Formaten.

Das AIDA-Prinzip setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der vier Aufgaben einer erfolgreichen Werbung zusammen: A=Attention – die Aufmerksamkeit eines Betrachters muss geweckt werden … I=Interest – der Betrachter soll sich  mit der Botschaft beschäftigen … D=Desire – das Verlangen nach dem beworbenen Produkt soll rational und emotional geweckt werden … A=Action – die (Kauf)Handlung soll ausgelöst und erleichtert werden.

Genau darauf zielt eine erfolgreiche Web 2.0-Kampagne und löst entsprechend des AIDA-Prinzips eine erste positive Auseinandersetzung mit einem Unternehmen als Arbeitgeber aus. Nicht mehr, nicht weniger. Wer mit der Hoffnung rangeht, mit einem fröhlichen Tweet gleich eine handfeste Bewerbung auszulösen, hofft meist vergebens. Oder würden Sie als Jobsuchender schon deshalb Ihre Bewerbungsmappe los schicken, nur weil Ihnen Ihr Handy  signalisiert, dass da wieder eine  frohe Botschaft im Umfang von 140 Buchstaben für Sie da ist?

Recruiting 2.0 bringt Sie als Arbeitgeber exakt bei der Zielgruppe auf Sendung, die bei Recruiting 1:0 nur noch abschaltet.

Doch auch das ist für Ihr Recruiting erst die halbe Miete – denn: Auf Sendung zu sein allein genügt nicht. Sind Sie ‚on‘, müssen Sie auch wirkliche Inhalte kommunizieren, die Lust auf Ihr Unternehmen machen. Sonst sind Sie ruckzuck wieder ‚off‘.

Greift Recruiting 2:0, schlägt auch wieder die Stunde von Web 1.0 …

…und von Print und von vielem, was Recruiting in der Vor-Facebookzeit ausgemacht hat. Sie müssen jetzt die spannende Story von den tollen Aufgaben und den echten Chancen in Ihrem Unternehmen in allen Details erzählen und mit Hard Facts untermauern. Jetzt muss ‚Butter bei die Fische‘ und als Medium dazu eignet sich vieles, was Sie wahrscheinlich schon haben – zum Beispiel der Stellenmarkt auf Ihrer Firmen-Website. Nur bitte – auf die Inhalte kommt es auch hier an. Machen Sie Ihre Stellenanzeigen glaubwürdig, lebendig, emotional – oder lassen Sie machen – jetzt etwas Eigenwerbung für www.text-personalmarketing.de  – dann sind Ihre Chancen hoch, bei der Zielgruppe Ihres Verlangens als attraktiver Arbeitgeber wahr genommen zu werden. Eine Menge Arbeit liegt vor Ihnen, wenn Sie jetzt anfangen, Ihren Web 1.0-Auftritt zu entrümpeln.

Recruiting 1.0 + Recruiting 2.0 = Erfolg durch Vernetzung. Ein großes Versprechen, aber auch eines, das immer öfters stimmt und Ihnen die Möglichkeit gibt, sich mit überschaubarem finanziellem Aufwand als Arbeitgebermarke zu branden.

Weshalb die Vernetzung von Recruiting 2.0 und Recruiting 1.0  notwendig ist und  auf was man im Detail achten sollte, hat Ina Ferber, Director Direct Selection bei  der Karrierebörse Monster gerade in einer Präsentation vor dem Social Media Club Frankfurt/M. dargelegt. Sie können diese Präsentation  mit dem Titel „Social Media strategisch: Human Resources“ kostenlos abrufen unter http://www.slideshare.net/InaFerber/social-media-strategisch-human-resources-smcf-1392011 .

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Über Hans Ulrich Würth

Copywriter und Marketingmensch mit langem Berufsleben und reichlich Erfahrung. Gefühlt und (fast) real habe ich in über 40 Jahren für 'tausendundeine' Branche gedacht und getextet. Schwerpunkt seit vielen Jahren sind das Employer Branding in Stellenanzeigen & Direct Response. Berufliche Mitgliedschaften im Texterverband e.V. sowie im DFJV Deutscher Fachjournalisten Verband

2 Antworten zu “Recruiting 1.0 + Recruiting 2.0 = Erfolg durch Vernetzung.”

  1. Unglaublich spannendes Thema! ich denke der Weg von der „alten“ in die „neue“ Welt ist besonders schwierig bzw. ein langer Prozess für den traditionellen Mittelständler. Wir möchten bei uns das Thema gerne vorantreiben und konnten dazu unsere Marketing Direktorin befragen, Bin gespannt auf Ihr Feedback!! Viele Grüße aus Stuttgart.
    http://gft-blog.de/gft-inside/ist-employer-branding-eine-allzweckwaffe-gegen-den-fachkraftemangel-%e2%80%93-andrea-wlcek-im-interview/

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    • Danke für Ihr Interesse an diesem Thema, bei dem sich Zukunftserwartung und Skepsis begegnen. Schaut man auf aktuelle Studien – z.B. die „Studie zu Social Media Recruiting‘ von Kienbaum-Communications, dann befürchtet z.B. rund ein Drittel der Befragten, so die Studie, dass die Unternehmen auf das komplette Profil zugreifen können und noch einmal 13 Prozent treibt die Sorge um, dass Arbeitgeber sehen können, welchen anderen Arbeitgebern ein Kandidat folgt. Naturwissenschaftler scheinen gegenüber Social Media Recruiting auch kritischer eingestellt zu sein als etwa Wirtschaftswissenschaftler. Andererseits – die Bedeutung von E-Recruiting steigt. Die eigene Präsenz in Karrierewebsites sowie die Präsenz in Business-Netzwerken werden immer wichtiger, junel heute etliche Studien. – Märkte sind Gespräche, das ist das alte Credo der Social Media Welt – nur, deswegen wird noch lange nicht aus jedem Gespräch gleich ein Markt. Im klassischen Marketing zum Beispiel – und da sehe ich Personalmarketing eben nach wie vor als Follower – taucht inzwischen durchaus die pragmatische Frage nach dem Nutzen einer Social Media Präsenz auf. Und weil Unternehmen nun mal messen wollen, was bei dem ganzen Marketingaufwand unterm Strich heraus kommt, wird auch auf Facebook gern auf Loyalty-Maßnahmen wie Couponing oder gleich auf Rabatte gesetzt – wie gesagt beim Produktmarketing. Andere Studien – so die weltweite IBM-Studie „From Social Media to Social CRM“ wollen wissen, dass nur 23 Prozent der Nutzer mit Marken im Social Web interagieren. Wo liegt die Wahrheit und die Zukunft – vermutlich ´(nach jetzigem Stand) irgendwo in der Mitte. Das Problem der ‚alten Welt‘ (Glaubwürdigkeit, echte Inhalte, Monolog statt Dialog usw.) gibt es genauso in der ’neuen Welt‘. Nur weil da ein Share-Button ist, ist da nicht zwangsläufig Kommunikation. Jede halbwegs hippe Spiele-Seite hat ihren Community-Manager, der sich mit den Fans in zum Teil merkwürdig anmutenden Foren ganz ernsthaft über neue Patches und alles Mögliche austauscht. Gibt es Vergleichbares auch im Personalmarketing? Auch dort ist im Social Web vieles Verlautbarungsstil oder die schlichte 1:1-Übertragung von Web 1.0-Inhalten. Um so richtig von seinem Unternehmen begeistert zu sein, so dass man es auf Facebook oder einem Blog empfiehlt, braucht es halt ein bißchen Leidenschaft und eine gute emotionale Bindung zum Unternehmen. Zieht man dazu wiederum einschlägige Studien (Gallup) heran, scheint es genau daran oft zu habern. Mal abgesehen von einer schlichten Tatsache: Herzblut ist bei einem Start-up sicher noch reichlich verfügbar – aber wie sieht das mit der wahren Leidenschaft bei einem seit 100 Jahren etablierten Versicherungsunternehmen aus??? Trotzdem – die Welt dreht sich weiter: Wer Recruiting 1.0 und Recruiting 2.0 klug vernetzt, dürfte erst einmal die bessere Chance im ‚war for talents‘ haben. Ich glaube, dass da Ina Ferber von Monster mit ihrem Vortrag, zu dem mein Artikel verlinkt, den richtigen Weg anreißt. Aber wie heißt es so doch, auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt und dazu muss man sich halt irgendwann entschließen. Viele Grüße nach Stuttgart, Hans Ulrich Würth (gebürtiger Stuttgarter)

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