Wie machen Sie Ihre Mitarbeiter-Kommunikation erfolgreich? Sag’ was Du tust. Sag‘ es klar und wahr. Tu das, was Du gesagt hast.


 

Unternehmen, die so mit ihren Mitarbeitern kommunizieren, sind
auf mittlere und lange Sicht im Vorteil. Der Zusammenhang zwischen einer
funktionierenden Mitarbeiter-Kommunikation und steigender Produktivität ist
ebenso bekannt wie die hohen Kosten einer fehlenden Strategie zur systematischen Mitarbeiterbindung. Was große und kleine Unternehmer tun können, um ihre innerbetriebliche Kommunikation zu verbessern – es ist mehr als Sie denken und kostet weniger als Sie vielleicht befürchten.
Erfolgreiche Unternehmen sind im Dialog mit ihren Mitarbeitern.Zum Ersten fordert die moderne Wissensgesellschaft die kontinuierliche Information und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Zum Zweiten haben sich mit strategischer Professionalität aufgebaute Kommunikationsprogramme als ein zentrales Instrument der Mitarbeitermotivation bewährt. Zum Dritten ist es das Interesse jeder Unternehmensleitung, nicht nur Informationen mitzuteilen, sondern mit einem zielorientierten internen Kommunikationsprozess die Meinungsbildung bei den Mitarbeitern systematisch zu beobachten und natürlich auch zu beeinflussen. Führen heißt kommunizieren, jeder weiß das. – Doch wie bringt man das, was man zu sagen hat, so an Frau und Mann, dass ‚die’ nicht nur nicken, sondern auch verstehen und innerlich zustimmen?Wer den Bauch nicht trifft, wird auch den Verstand nicht überzeugen.Was in der Werbung eine Selbstverständlichkeit ist – die  gezielte Überzeugungsarbeit mit Fakten und Gefühlen – ist in der  innerbetrieblichen Kommunikation die Ausnahme.Dafür gibt es vor allem zwei Gründe:

Zum einen sind viele Fach- und Führungskräfte überzeugt davon, dass komplexe Sachverhalte nur mit einem Kauderwelsch an Anglizismen, ökonomisch-soziologischen Fachbegriffen und Bandwurm-Schachtelsätzen
darzustellen sind.  Und übersehen dabei, dass diese Fachsprache meist negative
Gefühle auslöst – Angst und Ablehnung zum Beispiel.

Zum anderen ist es die stille Befürchtung der Profis, mit einer einfachen Wortwahl an Ansehen und Kompetenz zu verlieren. So schlagen sie lieber gleich die ganze Kommunikation k.o.! Kaum einer merkt, dass normale Mitarbeiter bei Manager-Sätzen wie z. B. ‚Synergien bündeln und Kern-Kompetenzen fokussieren’ innerlich einfach aussteigen.

Dabei ist es kein Hexenwerk, selbst schwierige Themen mit einfachen Worten verständlich machen. Wer das nicht glaubt, dem sei ‚Die Sendung mit der Maus’ in der ARD empfohlen. Seit zig Jahren werden dort komplizierte Begriffe von ‚Astronautenklo’ bis ‚Zentrifuge’ erklärt. – Kinder und die große Zahl der erwachsenen Zuschauer verstehen, worauf es ankommt, wie es
funktioniert, warum es so und nicht anders richtig ist.

Glaubwürdige Emotionalisierung ist die Seele vom Geschäft.

Ob Mitarbeiterzeitung, Intranet oder der Vortrag in der Betriebsversammlung – selbst staubtrockene Sachinformationen verkaufen sich in – angemessen – emotionaler Verpackung besser. Mit Wahrheit und Klarheit – jedoch nicht erst dann, wenn nichts anderes mehr geht und auch nicht scheibchenweise – lassen sich Menschen im allgemeinen auch für die Akzeptanz unangenehmer Wahrheiten gewinnen. Jedenfalls ist die Chance dafür größer als mit einer verschleiernden Fachsprache, die für den Mitarbeiter Fremdsprache ist.

Wo Mitarbeiter statt mit echter Information mit Desinformation abgespeist werden, brodelt zuerst die Gerüchteküche und zu guter Letzt liegt dann die Motivation am Boden.

Aufgabe des Texters (wenn man das nicht selber hinkriegt – und erstaunlicherweise kriegen es viele nicht hin) ist es –  die abgehobene Fachsprache des Managements in die Alltagssprache der Mitarbeiter zu übersetzen.

Gelingt die ‚Übersetzungsarbeit’, dann bleibt die Mitarbeiter-Kommunikation nicht im Verlautbarungsstil von oben nach unten  auf der Strecke. Ziele und Verfahren notwendiger Veränderungen werden für Mitarbeiter verständlich und nachvollziehbar. Damit steigt die Chance, bei den Mitarbeitern für notwendige Veränderungen nicht nur eine verbale, sondern auch eine innere Akzeptanz zu erreichen.

Die textlich gestaltete interne Kommunikation als wirkungsvolles Führungsinstrument umfasst alle Medien von der Mitarbeiterzeitung bis zum Intranet. Moderne Medien wie das Intranet ermöglichen durch schnelle Information und ein ebenso schnelles Feedback einen dialogähnlichen Austausch, wobei Smileys nicht immer der geeignete Ersatz für ein zielgruppenadäquates Wording sind.

Unterschiedliche Medien stellen unterschiedliche Anforderungen an
einen Text. Der gute Texter ist vor allem deshalb ein guter Texter,
weil er über die Schwingungsfähigkeit verfügt, seine Texte medien- und
zielgruppengerecht zu variieren und weil er weiß, dass je nach Anlass
unterschiedliche Medien unterschiedlich wahrgenommen werden

Schnürt zum Beispiel ein Unternehmen ein Begrüßungs-Infopaket für neu
eingetretene Nachwuchs-Führungskräfte, ist der schnelle Weg
über das Intranet naturgemäß verlockend. Dennoch ist das Intranet nicht
zwangsläufig das gegebene Medium. Ein neuer Mitarbeiter braucht nicht nur jede Menge Information zum neuen Job, er braucht genauso sehr Wertschätzung.
Und Wertschätzung in diesem Fall muss nun einmal zum Ausdruck bringen: ‚Ja, wir freuen uns, dass sie da sind und wollen, dass sie bei uns nicht nur erfolgreich sind, sondern sich auch wohl fühlen und mit unserem Unternehmen identifizieren’. Das bringt beim Onboarding die in Text und Design liebevoll (oder wenigstens entsprechend der CI des Unternehmens) gestaltete Willkommensbroschüre stärker zum Ausdruck als die nüchtern digitale Botschaft auf dem Screen. Der Mitarbeiter nimmt ‚das eigens für ihn personalisiert  Gedruckte gefühlt als wertig wahr und fühlt sich persönlich willkommen geheißen. Und – nicht zu unterschätzen – das real Greifbare kann auch mit nach Hause genommen werden und dem Partner gezeigt werden. Die frohe Botschaft auch hier: Ich bin wichtig, meine Aufgabe ist wichtig, ich werde in meinem neuen Unternehmen benötigt und geschätzt.

Die Personalanzeige –  ‚Mutter‘ der Mitarbeiter-Kommunikation.

Fast ein Viertel Ihres gesamten Budgets investieren Personalmanager im Durchschnitt für die Personalauswahl. Doch jeder Fünfte, der
neu eingestellt wird, scheitert. Meist nicht an den fachlichen Anforderungen,
sondern schlicht und ergreifend deshalb, weil er  inkompatibel zur Kultur des Unternehmens ist.

Ein Unternehmen wird nur mit Mitarbeitern erfolgreich sein können, deren Persönlichkeit zum Unternehmen passt und die sich sich auch innerlich mit dem Unternehmen identifizieren. Insofern ist es die Aufgabe der Stellenanzeige, nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Tonality, das zu kommunizieren, was der Stil des Unternehmens ist. Die Reduzierung auf bullet points – Ihre Aufgaben,  Ihr Profil – maches es zwar (scheinbar) einfach, schnell eine Stellenanzeige zu verfassen – aber löst das allein schon Begeisterung für ein Unternehmen aus?

Es sind nicht allein die validen Auswahlmethoden, die das Risiko einer falschen Einstellungsentscheidung verringern. Der Text einer Stellenanzeige ist der erste und wichtige Filter, der die Spreu vom Weizen trennt. Nicht möglichst viele, sondern die für Ihr Unternehmen richtigen Bewerber gilt es zu interessieren.

Kein Unternehmen sollte übrigens für jeden Mittelklasse-Job immer nur den ‚Supermann’ suchen. Denken Sie daran: Ist ein Kandidat 30 Prozent besser als der Job, der ihn erwartet, brauchen Sie schon bald die entsprechenden Sprossen auf der Karriereleiter für ihn. Sonst ist er blitzschnell wieder weg. ‚Supermänner’ (und natürlich ‚Superfrauen’) werden schließlich überall händeringend gesucht.

Übrigens, falls Sie bislang immer ‚Supermann’ gesucht haben … warum sollte ‚Supermann’ gerade bei Ihnen andocken? Ist auch da – bei etwas selbstkritischer Einsicht – alles super? Der Job, das Einkommen, das Klima, die Perspektive – und ‚last not least‘ auch Sie, der Chef?

08/15-Stellenanzeigen sagen immer nur das Eine!

„Das Unternehmen ist innovativ und zukunftsorientiert. Die Aufgaben
sind fordernd, verantwortungsvoll und bietet hervorragende Perspektiven.
Der Wunschkandidat hat einen überragenden Abschluss, einschlägige Erfahrung, Teamgeist, bringt Umsetzungsstärke, soziale Kompetenz und die Bereitschaft zu überdurchschnittlichem Engagement mit“.

Sicher, darum geht es – nur, muss man es immer so austauschbar abgekrabbelt formulieren? Der Response zeigt dann: Die gesuchten Besten, die sich darauf bewerben, sind oft nur die üblichen Besten. – Und dabei suchen Sie für Ihr neues Werk in China (oder für sonst einen Job) doch nicht irgendeine/n, sondern ‚the one and only‘.

Personalanzeigen, die den Kopf überzeugen und den Bauch treffen,  machen Sie als Arbeitgeber ’sexy‘ und damit zur attraktiven, begehrenswerten Marke. Sie sprechen damit die Zielgruppe an,  die nicht nur mit ihrem fachlichen Können, sondern
mit ihrer ganzen Persönlichkeit zum Unternehmen passen.

Für Unternehmen, die das erkannt haben, beginnt deshalb die Mitarbeiter-Kommunikation nicht erst dann, wenn der neue Mitarbeiter an Bord ist, sondern bereits, wenn sie ihn suchen.

Zeitgemäße Mitarbeiter-Kommunikation ist keine Insellösung, sondern in die Unternehmenskommunikation eingebunden.  Prüfstand ist der gelebte Unternehmensalltag. Und da ist eigentlich alles ganz einfach:

Sagen Sie, was Sie tun. Sagen Sie es klar und wahr. Tun Sie, was Sie gesagt haben.

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Über Hans Ulrich Würth

Copywriter und Marketingmensch mit langem Berufsleben und reichlich Erfahrung. Gefühlt und (fast) real habe ich in über 40 Jahren für 'tausendundeine' Branche gedacht und getextet. Schwerpunkt seit vielen Jahren sind das Employer Branding & Direct Response. Berufliche Mitgliedschaften im Texterverband e.V. sowie im DFJV Deutscher Fachjournalisten Verband

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